Nachdem ich die Frosch-Halloween-Karte von letztem Jahr zu zeigen vergessen habe, hole ich sie hier einfach nach ... und vielleicht fällt mir ja noch was in die Finger.
"Frankulina im Wunderland" stammt von diesem Jahr. Verwendet wurde ein Stempel von Whiff of Joy und einer unbekannter Herkunft (die Pilze). Coloriert mit Aquarellstiften auf Tedi-Aquarellpapier (man sieht die Filzmarkierung im Nachthimmel.
"Frogula" weiter unten hat einen Hintergrund aus Bister (Rußpigmentpulver), Stempel vom Kaleidoskop (Burg, Frogula), die dahingestreckte Fröschin stammt von HeinDesign und Nellie Snellen stellte die 3 fliegenden Froschbräute Frogulas zur Verfügung.
Die Hintergrund-Stempel für die Mumie stammen von Kaleidoskop Motivstempel: Sonnenvogel, und Sphinx, sowie die Dünen aus eigener Feder. Das Ank kann ich momentan leider nicht zuordnen. Die Mumie ist mit Washitape aufgeklebt und frei nach Schnauze ausgeschnitten :-)
Basteln macht Spaß, ist kreativ und muss nicht teuer sein. Vor allem mit Stempeln, Farbe und Papier lassen sich unzählige Ideen umsetzen. Inspiration finde ich in schönen Motiven, zufälligen Fundstücken wie Papierresten (z.B. von Geschenkpapier) und der bewussten Beschränkung von Design und Materialien. Bastelt doch mit! Jede Schublade und jeder Schrank bietet ein paar Schätze, denen man auf kreative Weise neues Leben einhauchen kann und die zum Wegwerfen viel zu schade sind.
Dienstag, 13. Oktober 2015
Freitag, 9. Oktober 2015
Lollipops
Heute eine Karte, die ich mit der Monoprinting-Technik gewerkelt habe. Dazu eignet sich alles, was glatt, handlich, leicht zu reinigen und einigermaßen biegsam ist. Es gibt spezielle Werkzeuge zB die Gelliplate (in verschiedenen Formaten). Ich habe mich lieber bei meinen eigenen Bastelsachen nach einer passenden Druckplatte umgesehen. Auf die glatte und flexible Rückseite einer runden Silikon-Gussform von Krafty Lady habe ich cremige Acrylfarben direkt aus der Tube aufgetragen und ein wenig gemischt. Dann habe ich die Form aufs Papier gedrückt und vor dem Abheben ein bisschen gedreht, damit sich die Farben verwirbeln.
Man kann die Farbe natürlich auch direkt auf eine abwaschbare Backfolie aufbringen und das Papier darüberziehen, oder mit einer Walze verteilen. Man muss nur schnell arbeiten, da Acrylfarbe rasch trocknet. Außerdem habe ich keine guten Erfahrungen mit der Farbe auf meiner Walze gemacht. Das Gummi war schwierig zu reinigen und nachher unangenehm klebrig. Daher lieber mit einem Papier abhalten.


| Monoprints rechteckig, mit cremiger Wasserfarbe und Acryl. |
Der fertige Abdruck lag eine Weile im Fundus, als mir irgendwann die weitere Idee kam. Mit einem Reststreifen Stempelgummi vom Montieren habe ich Stiele an die Lollies gestempelt, mit einem gelben Pitt Artist-Stift die Kante akzentuiert und mit Buchstabenstempeln das Wort LOLLIPOP ergänzt. Die Karte wurde mit einem dottergelben Tonpapier gemattet und auf ein Stück Musterpapier geklebt, das die Kreise aufgreift.
Material:
Acrylfarben Crelando 12-Set (Lidl)
weißer Karton, Tonpapier, Musterkarton
Buchstabenstempel Hero Arts
weißes und schwarzes StazOn-Stempelfarbe (Tsukineko)
Gummiwalze von Ranger
Samstag, 15. August 2015
Aus eins mach drei
Wie vielseitig einsetzbar Stempel sind, möchte ich an diesem Beispiel zeigen. Der komplette Hintergrund des Kirmesplatzes wurde mit einem einzigen Stempel gefertigt, der jeweils in Teilen abgestempelt und ein wenig mit Strichen ergänzt wurde (Stempelfarbe: Potting Soil Archival Inks) . Den Rest der Illusion übernimmt die unterschiedliche Colorierung.
Und hier der komplette Stempel aus einem Zweier-Set "Carousel" von Pergamo:
Pferd und Mädchen sind ein Stempel von Gorjuss, die ich mit Jet Black StazOn gestempelt habe. Coloriert wurden das Bild komplett mit Tchibo Tuschestiften und Tombows.
Und hier der komplette Stempel aus einem Zweier-Set "Carousel" von Pergamo:
Pferd und Mädchen sind ein Stempel von Gorjuss, die ich mit Jet Black StazOn gestempelt habe. Coloriert wurden das Bild komplett mit Tchibo Tuschestiften und Tombows.
Fuchia und Fuchs
Es wird Herbst... und ich konnte endlich mal meinen neuen Fuchsstempel ausprobieren.
Für die erste Karte "Fuchsia" (im gleichnamigen Farbschema) habe ich zwei Designpapierreste (Aldi) verwendet, den Stempel von Rico Design und den Schriftstempel von Stampin' up. Gestempelt wurde mit Versa Magic Dew Drops (Red Magic)-Stempelfarbe, die einen matten Abdruck ergibt.
Die zweite Karte entstand auf Aquarellpapier von Folia (und einfachem Bürokarton in Grün) mit einem Hintergrund aus der Textur-Form "Scattered Leaves" von Ranger, die Farben sind Rex Gelmalstifte Neon (Aldi) Diese Stifte entsprechen bis ins Detail den Marabu Art Crayons und eigenen sich sehr gut zum Stempeln und Schablonieren. Die werde ich bestimmt noch öfter vorführen.
Der Fuchs wurde ebenfalls mit Versa Magic (s.o) gestempelt.
Für die erste Karte "Fuchsia" (im gleichnamigen Farbschema) habe ich zwei Designpapierreste (Aldi) verwendet, den Stempel von Rico Design und den Schriftstempel von Stampin' up. Gestempelt wurde mit Versa Magic Dew Drops (Red Magic)-Stempelfarbe, die einen matten Abdruck ergibt.
Die zweite Karte entstand auf Aquarellpapier von Folia (und einfachem Bürokarton in Grün) mit einem Hintergrund aus der Textur-Form "Scattered Leaves" von Ranger, die Farben sind Rex Gelmalstifte Neon (Aldi) Diese Stifte entsprechen bis ins Detail den Marabu Art Crayons und eigenen sich sehr gut zum Stempeln und Schablonieren. Die werde ich bestimmt noch öfter vorführen.
Der Fuchs wurde ebenfalls mit Versa Magic (s.o) gestempelt.
Dienstag, 14. Juli 2015
Klecks als Kleid!
So ein Klecksdesign wollte ich immer schon mal ausprobieren und der offene Stempel eignete sich hervorragend dazu.
Farben: rot und Blau - Aquarellfarbe (Lukas), Haut und Haar - Tchibo Indian Ink-Stifte
Stempel: Satoro.
Stempelabdruck: Archival Ink Potting Soil (Ranger)
Spruch: "Dann mach ich mir 'nen Klecks als Kleid - und find es wunderbar!" Eigenes Computerdesign
Freitag, 26. Juni 2015
Tipps und Tricks zur Kartengestaltung 2
Teil 2 (für den ersten Teil des Beitrags einfach runterscrollen)
Anordnung
Bei
der Kartengestaltung eignen sich etwa einfache geometrische Formen als
gute Vorlage. Man kann die Elemente selbst vor dem Hintergrund in
geometrischer Form anordnen oder auf einer geometrischen Grundform
arrangieren und erst dann auf den Hintergrund setzen, um festzulegen,
wie der Blick gelenkt wird.
Ich
benutze sehr gerne den »Kreis« als Grundform, oder bei rechteckigen
Projekten ensprechend das Oval. Neben zentralen Formen dienen lange,
schmale Elemente als Richtungsweiser. Ein Motiv leitet dabei zum
nächsten über - zB. von links oben nach rechts, dann nach unten und
wieder links hinauf. Es gibt auch die »Zielscheibe« (Hauptelement
ganz zentral, der Rest konzentrisch angeordnet), die Sanduhr, das
Dreieck ... und das auf der Spitze stehende Dreieck, das wiederum das
stilisierte Gesicht zeigt.
Für
eine Clean and Simple-Karte ist so eine graphische Grundform
eigentlich immer empfehlenswert. Es lassen sich auch zwei
gleichstarke Elemente durch einen Schriftzug verbinden wie bei einem
H. Eine schräge Teilung ähnlich wie bei einem Wappen ist auch eine
von vielen Möglichkeiten.
Bedenken
sollte man nur eines: insgesamt muss die Komposition ausgewogen sein,
starke Elemente und Farben sollten immer ausgeglichen werden oder
sehr zentral stehen. Man stelle sich einfach vor, dass die
Einzelteile reales Gewicht besitzen, je mehr, desto größer,
zahlreicher und je dunkler sie sind. Überlegt man dann, wie es wäre,
die Karte wie ein Serviertablett zu tragen, merkt man schon, wo es
unausgewogen ist.
Aber
Vorsicht, es genügt nicht, alles streng gleichmäßig mit dem
Lineal zu verteilen. Eine Gruppierung von drei oder fünf
Streuelementen auf einer kleinen Fläche konzentriert sieht besser
aus. Es sei denn natürlich, es soll ein exaktes Muster entstehen.
Für
sehr füllige 3D-Karten mit vielen Stanzelementen kann man sich
sogar an Floristik- oder Ikebana-Gestecken orientieren. Das richtige
Verhältnis von lang zu kurz und groß zu klein zu finden, sowie die
entsprechende Farbwahl, ist wieder eine ganz eigene Kunst.
Rahmen
/ Matte / Passepartout
Im
richtigen Rahmen wirkt alles gleich nochmal so schön. Eine
kontrastfarbige Umrandung hebt die zentrale Fläche hervor, Ton in
Ton wirkt harmonisch und eine aus dem Motiv aufgegriffene Farbe
verleiht dem optischen Gesamteindruck Stabilität.
Bei
einer Karte einfach das fertig zusammengestellte und colorierte Motiv
auf ein passendes Stück leicht überlappenden Tonkarton oder
Designpapier aufkleben (Aufleger oder Matte genannt) und dieses am
besten noch einmal auf einen etwas größeren Kartenrohling kleben.
Dieser Dreiklang wird als besonders harmonisch empfunden. 3D-Pads sorgen bei Bedarf zusätzlich für Abstand und bringen auch
Schatten in die Gesamtkomposition.
![]() |
| Das kleine Aquarell ist nur 5,5 x 5,5 cm groß |
Je
breiter der Rahmen im Verhältnis zum Motiv ist, desto dominanter
wirkt die Umrandung, abhängig natürlich auch immer vom Farbton. Aber damit kann man auch tricksen und das Gegenteil erreichen. Durch die entsprechende Farbwahl, lässt sich ein kleines Motiv sogar optisch vergrößern, wenn man die verwendeten Farben aufgreift und so eine Art Guckkasten-Effekt schafft. Der braune Kartenrohling nebenan hat das Format A7 (ein Reststück),
Ist euer Aufleger mit dem Motiv zu groß, um doppelt zu matten, könnt ihr auch einfach einen dünnen Rahmen sauber darauf einzeichnen bzw vorsichtig die Kante des Motivblattes mit dem Stempelkissen einfärben. Das Papier saugt je nachdem ca. einen halben Millimeter der Farbe auf.
![]() | |
| extra schief |
Der breiteste Bereich eines durch Mattung geschaffenen Rahmens sollte übrigens unten liegen. Ideal ist es, wenn beide seitlichen Ränder und die obere Kante gleich breit sind und der untere Teil um ca. 30 - 50 % breiter ausfällt. Beispielsweise wie bei einem Polaroid-Rahmen.
Durch Rahmen oder Matte geschaffenen Linien müssen auch nicht immer parallel sein. Ruhig auch mit leicht gekippten Formen experimentieren. Möchte
man die strenge Umrandung auflockern, kann man ein Element pfiffig
über den Rand ragen lassen - z.B. eine Feder, eine einzelne Blume
oder einen Haarzopf.
Zeichnerische
Trickkiste
Für
Motive, die über reines Stempeln oder die Arbeit mit Schablonen
hinausgehen: Bleistift von Vorskizzen usw. immer gründlich
wegradieren - er arbeitet sich im Laufe der Zeit auch unter deckender
Wasserfarben hervor und ist andererseits auch unter dem wässrigsten
Aquarell, einmal übermalt, schwer wieder zu entfernen. Nur einen
sehr weichen Radierer und Bleistift (Härtegrad B) verwenden und
nicht zu feste aufdrücken - Furchen im Papier sieht man immer noch.
Eine
dünne Linie wirkt leicht krakelig. Besser, man greift zu einem
dickeren Stift, der einen gleichmäßigeren Strich hat.
Und
noch ein Hinweis, den ich einem Mathematiklehrer verdanke:
Bögen
und Kreise immer so zeichnen, dass sie der Biegung der Hand folgen
und von außen nach innen und von oben nach unten laufen. Den Stift
ziehen, niemals schieben.
Auch wenn dies kein Tutorial zum einfachen Nachbasteln einer Vorlage ist, hoffe ich, es hat Spaß gemacht und vielleicht sogar ein wenig vermittelt. Das würde mich jedenfalls freuen.
Und ganz wichtig: Trotz
einiger Grundregeln existieren eine Unmenge Varianten, so dass
für jeden Geschmack und jeden Anlass eine gestalterische Lösung
gefunden werden kann.
Donnerstag, 21. Mai 2015
Tipps und Tricks zur Grußkartengestaltung
Teil 1
Einleitung
Bei der Gestaltung von Karten und Layouts gelten ungeschriebene Grundregeln.
Viele Menschen folgen ohnehin ihrem angeborenen oder erlernten Gespür für die Anordnung von Elementen. Trotzdem ist es nie verkehrt, sich gestalterische Grundlagen bewusst zu machen. Wie jede Regel und jedes Gesetz, kann man sie um einer bestimmte Wirkung willen beugen oder brechen. Alles, was ich hier zusammentrage, stammt aus dem Kunstunterricht oder aus entsprechender Literatur, bzw. ich habe es in der Praxis ausgetestet und von und mit anderen Kreativen erlernt.
Nicht alles ist logisch nachvollziehbar, sondern mitunter ein reiner Erfahrungswert. Oft sind es Kleinigkeiten, die ungemein viel Wirkung erzielen.
Erste Schritte
Vorab sollte man entscheiden, welchen Stil bzw. welche Aussage und welches Format die Karte grundsätzlich haben soll und Materialien entsprechend auswählen. Dabei muss man nicht nur in einem Bereich bleiben. Ein niedliches Motiv und ein nüchterner Schriftzug können sich gegenseitig verstärken oder hemmen. Einfach mal die Wirkung ausprobieren.
Es ist optimal, wenn man Form und Größe der Karte auf das Motiv abstimmt. Ein großes rundes Motiv sieht etwa sehr schön in einem quadratischen Format aus, ein langes schmales dagegen, passt gut zu rechteckigen Grundformen.
Fehlt der entsprechende Anlass, greife ich für meinen Teil mir manchmal auch nur einige Papierreste, vorab gestaltete Hintergründe oder Stempelabdrücke etc, um daraus noch 'etwas' zu machen. Dann bestimmt das vorliegende Material den Stil. Im vorliegenden Beispiel mit zwei Stanzresten habe ich mich ganz absichtlich beschränkt.
(Man kann Wolke und Vulkan als zwei getrennte Elemente oder als eines ansehen. Ergänzen würde ich die Karte höchstens mit einem Schriftzug mittig oben.)
Meine Karten enthalten in der Regel drei Elemente: den Hintergrund, das Motiv und die Aussage.
Der Hintergrund gibt dem Bild Tiefe und sollte gegen den Rest zurücktreten.
Das Motiv ist der Blickfang und stützt die Aussage. Bilder sagen mehr als Worte.
Die Aussage wird nochmal von einem Schriftzug zusammengefasst.
Diese drei Teile sollten miteinander in Beziehung stehen, unabhängig davon, ob sie sich auf einem Blatt oder auf verschiedenen Bildebenen befinden. Ich habe auch schon Karten gemacht, bei denen der Hintergrund der Star war, oder die ganz ohne Schriftstempel auskamen. Erste Regel: keine Regel ohne Ausnahme.
(Gesprenkelter Hintergrund; Motiv des Schlosses in Rahmen, der die Basisfarbe der Karte aufgreift; Schriftzug, der die Farbe der Sprenkel bzw des Rahmens aufgreift.)
Farbe
Nicht zu viele Farben wählen und wenn möglich in einem Schema bleiben (Pastell oder Neon oder Naturtöne etc.). Etwa drei Farben nebeneinander bei einem Projekt sind für das Auge gefällig, danach wird es schnell zu bunt und unübersichtlich. Das Gleiche gilt auch für Abstufungen der gleichen Farbe, wobei Schwarz bzw. Weiß so neutral sind, dass sie immer zusätzlich gehen, und auch Metalltöne (Gold, Silber, Kupfer, Bronze) meiner Erfahrung nach häufig ausgleichend wirken. Ein helles Grau oder Beige als Grundfarbe ist oft auch hinreichend neutral. Als Gegenbeispiel darf es bei einer Kinderkarte oder einem Thema wie Zirkus selbstverständlich ruhig bunter zugehen. Dann aber richtig!
Wer sich weitergehend mit Farben und ihren Wirkungen beschäftigen will, dem rate ich zur Recherche zu den Themen Farbkreis, Primär-/Sekundär-Farben, kalte und warme Farben. Infos findet man z.B. in den meisten Ratgebern zu Malerei (oder Renovierung).
(3 Farben: Violett, Grün und Braun. Streng genommen kommt noch das Gelb der Schürze hinzu, aber das Sonnengelb wird in den Goldekzenten aufgegriffen, steckt auch im Braun und ist daher mehrfach vorhanden. Mehrfach vorhandene Elemente bewirken eine positive Verstärkung.)
Aufbau
Gute Hinweise zu gestalterischen Grundlagen findet man beispielsweise in Büchern über Fotographie oder Kunst. Hilfreich ist auch das bewusste Betrachten von Buch- oder Filmcovern. Man kann sich dort auch zu Themen wie Fluchtpunkt, Perspektive und dem »Goldenen Schnitt« informieren. Allerdings ist so manches fototechnische »No go« (etwa Menschen vor Verkehrsschildern oder Bäumen zu fotografieren, so dass es aussieht, als würden diese aus dem Kopf herauswachsen) in künstlerischer Hinsicht eine nette Inspiration.
Hier ein paar sonstige theoretische 'Basics'.
Es empfiehlt sich, stets eine ungerade Anzahl Elemente auf der Karte zu platzieren, das ist für das menschliche Auge gefälliger.
Am Rand angeschnittene oder sich überlappende Motive machen ein Bild ›spannend‹ und verleihen ihm Tiefe. Wiederholung/Spiegelung des gleichen Motivs verstärkt.
Ein angedeuteter Schatten bringt einen Tiefeneffekt.
Das menschliche Auge reagiert übrigens instinktiv auf alles, was einem Gesicht ähnelt. Auch auf eine Ansammlung von Punkten und Strichen, selbst wenn diese verkehrt gelagert sind :-) Zwei horizontale Punkte auf einer Ebene werden dabei leicht als »Augen« identifiziert. Findet man darunter noch einen Strich, vervollständigt das Gehirn die Flächen zu einem rudimentären Gesicht. Werbelogos machen sich das häufig zunutze.
Im westlichen Kulturkreis wird außerdem von links nach rechts und von oben nach unten gelesen. Ein Bild betrachten wir daher unwillkürlich aus dieser Richtung. Elemente, die zuerst ins Auge springen sollen, platziert man daher am ehsten links oben. Das gilt übrigens auch wieder für Layout, Werbung oder Webdesign - achtet einfach mal darauf.
Weiter geht es demnächst in Teil zwei.
Einleitung
Bei der Gestaltung von Karten und Layouts gelten ungeschriebene Grundregeln.
Viele Menschen folgen ohnehin ihrem angeborenen oder erlernten Gespür für die Anordnung von Elementen. Trotzdem ist es nie verkehrt, sich gestalterische Grundlagen bewusst zu machen. Wie jede Regel und jedes Gesetz, kann man sie um einer bestimmte Wirkung willen beugen oder brechen. Alles, was ich hier zusammentrage, stammt aus dem Kunstunterricht oder aus entsprechender Literatur, bzw. ich habe es in der Praxis ausgetestet und von und mit anderen Kreativen erlernt.
Nicht alles ist logisch nachvollziehbar, sondern mitunter ein reiner Erfahrungswert. Oft sind es Kleinigkeiten, die ungemein viel Wirkung erzielen.
Erste Schritte
Vorab sollte man entscheiden, welchen Stil bzw. welche Aussage und welches Format die Karte grundsätzlich haben soll und Materialien entsprechend auswählen. Dabei muss man nicht nur in einem Bereich bleiben. Ein niedliches Motiv und ein nüchterner Schriftzug können sich gegenseitig verstärken oder hemmen. Einfach mal die Wirkung ausprobieren.
Es ist optimal, wenn man Form und Größe der Karte auf das Motiv abstimmt. Ein großes rundes Motiv sieht etwa sehr schön in einem quadratischen Format aus, ein langes schmales dagegen, passt gut zu rechteckigen Grundformen.
Fehlt der entsprechende Anlass, greife ich für meinen Teil mir manchmal auch nur einige Papierreste, vorab gestaltete Hintergründe oder Stempelabdrücke etc, um daraus noch 'etwas' zu machen. Dann bestimmt das vorliegende Material den Stil. Im vorliegenden Beispiel mit zwei Stanzresten habe ich mich ganz absichtlich beschränkt.
(Man kann Wolke und Vulkan als zwei getrennte Elemente oder als eines ansehen. Ergänzen würde ich die Karte höchstens mit einem Schriftzug mittig oben.)
Meine Karten enthalten in der Regel drei Elemente: den Hintergrund, das Motiv und die Aussage.
Der Hintergrund gibt dem Bild Tiefe und sollte gegen den Rest zurücktreten.
Das Motiv ist der Blickfang und stützt die Aussage. Bilder sagen mehr als Worte.
Die Aussage wird nochmal von einem Schriftzug zusammengefasst.
Diese drei Teile sollten miteinander in Beziehung stehen, unabhängig davon, ob sie sich auf einem Blatt oder auf verschiedenen Bildebenen befinden. Ich habe auch schon Karten gemacht, bei denen der Hintergrund der Star war, oder die ganz ohne Schriftstempel auskamen. Erste Regel: keine Regel ohne Ausnahme.
(Gesprenkelter Hintergrund; Motiv des Schlosses in Rahmen, der die Basisfarbe der Karte aufgreift; Schriftzug, der die Farbe der Sprenkel bzw des Rahmens aufgreift.)
Farbe
Nicht zu viele Farben wählen und wenn möglich in einem Schema bleiben (Pastell oder Neon oder Naturtöne etc.). Etwa drei Farben nebeneinander bei einem Projekt sind für das Auge gefällig, danach wird es schnell zu bunt und unübersichtlich. Das Gleiche gilt auch für Abstufungen der gleichen Farbe, wobei Schwarz bzw. Weiß so neutral sind, dass sie immer zusätzlich gehen, und auch Metalltöne (Gold, Silber, Kupfer, Bronze) meiner Erfahrung nach häufig ausgleichend wirken. Ein helles Grau oder Beige als Grundfarbe ist oft auch hinreichend neutral. Als Gegenbeispiel darf es bei einer Kinderkarte oder einem Thema wie Zirkus selbstverständlich ruhig bunter zugehen. Dann aber richtig!
Wer sich weitergehend mit Farben und ihren Wirkungen beschäftigen will, dem rate ich zur Recherche zu den Themen Farbkreis, Primär-/Sekundär-Farben, kalte und warme Farben. Infos findet man z.B. in den meisten Ratgebern zu Malerei (oder Renovierung).
(3 Farben: Violett, Grün und Braun. Streng genommen kommt noch das Gelb der Schürze hinzu, aber das Sonnengelb wird in den Goldekzenten aufgegriffen, steckt auch im Braun und ist daher mehrfach vorhanden. Mehrfach vorhandene Elemente bewirken eine positive Verstärkung.)
Aufbau
Gute Hinweise zu gestalterischen Grundlagen findet man beispielsweise in Büchern über Fotographie oder Kunst. Hilfreich ist auch das bewusste Betrachten von Buch- oder Filmcovern. Man kann sich dort auch zu Themen wie Fluchtpunkt, Perspektive und dem »Goldenen Schnitt« informieren. Allerdings ist so manches fototechnische »No go« (etwa Menschen vor Verkehrsschildern oder Bäumen zu fotografieren, so dass es aussieht, als würden diese aus dem Kopf herauswachsen) in künstlerischer Hinsicht eine nette Inspiration.
Hier ein paar sonstige theoretische 'Basics'.
Es empfiehlt sich, stets eine ungerade Anzahl Elemente auf der Karte zu platzieren, das ist für das menschliche Auge gefälliger.
Am Rand angeschnittene oder sich überlappende Motive machen ein Bild ›spannend‹ und verleihen ihm Tiefe. Wiederholung/Spiegelung des gleichen Motivs verstärkt.
Ein angedeuteter Schatten bringt einen Tiefeneffekt.
Das menschliche Auge reagiert übrigens instinktiv auf alles, was einem Gesicht ähnelt. Auch auf eine Ansammlung von Punkten und Strichen, selbst wenn diese verkehrt gelagert sind :-) Zwei horizontale Punkte auf einer Ebene werden dabei leicht als »Augen« identifiziert. Findet man darunter noch einen Strich, vervollständigt das Gehirn die Flächen zu einem rudimentären Gesicht. Werbelogos machen sich das häufig zunutze.Im westlichen Kulturkreis wird außerdem von links nach rechts und von oben nach unten gelesen. Ein Bild betrachten wir daher unwillkürlich aus dieser Richtung. Elemente, die zuerst ins Auge springen sollen, platziert man daher am ehsten links oben. Das gilt übrigens auch wieder für Layout, Werbung oder Webdesign - achtet einfach mal darauf.
Weiter geht es demnächst in Teil zwei.
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